Foto: Weinbauverein
Man dürfe den Weinberg jetzt nur noch in Hausschuhen betreten – das war die einhellige zufriedene Meinung der Vereinsmitglieder Ende März.
Vorangegangen war dem scherzhaften Fazit einer harten Arbeitswoche Folgendes: Seit 15 Jahren – also seit Beginn des Bestenseer Weinbergs – war um die Rebstöcke eine ca. 20 cm dicke Schicht aus Gras, Brennnesseln, Quecke und anderen – im wahrsten Sinne – wilden Kräutern gewachsen, die zum Teil tief im Boden wucherten und den Weinstöcken Kraft und Nähstoffe raubten. Mehrere Versuche, der Plage mit Handgeräten Herr zu werden scheiterten. Selbst unsere neu angeschaffte Roll-Finger-Hacke erwies sich hinter unserem kleinen Traktor als zu leistungsschwach.
Aus einem Kontakt zu einem Weinbauern aus der Region ergab sich die Möglichkeit, einen größeren Traktor samt Zusatzgerät und Fahrer zu mieten. Mit diesem leistungsstarken Fahrzeug wurde der Boden zwischen den Rebstöcken aufgerissen.
Danach musste das schwere, mit Erde durchsetzte Pflanzen- und Wurzelgeflecht per Hand zwischen den Rebstöcken herausgezogen werden. Besonders herausfordernd waren die Bereiche direkt am Rebstock, da dort die Technik den Boden nicht lockern konnte. Nach dieser körperlich harten Arbeit konnte unser Traktor mit der Bodenfräse das Material weiter zerkleinern und in den Boden einarbeiten. Wir hoffen, dass unsere Roll-Finger-Hacke nun ihren Zweck erfüllt und wir durch den mehrmaligen Einsatz pro Jahr den Unterwuchs zurückdrängen zu können. So würde unsere diesjährige Aktion eine einmalige Sache bleiben.
Nach mehreren harten Arbeitseinsätzen sah der Weinberg Ende März jedenfalls fast wie geleckt aus. Hoffen wir, dass die Reben schön austreiben, dass uns die Eisheiligen verschonen und dass wir im Spätsommer eine gute Ernte erwarten können. Das wäre nach harter Arbeit nur gerecht von Mutter Natur!
